Die Grundeln
Klein und unscheinbar huschen sie über den Meeresboden oder verstecken sich in dichten Algenwäldern und manch ein Schnorchler oder Taucher übersieht sie glatt ganz. Doch ist die Gruppe der Grundeln die Artenreichste Familie unter den Fischen!
Auch hier in der Ostsee gibt es etliche bekannte Arten und sicherlich auch noch die ein oder andere Unbekannte. Hier in unserem Aquarium halten wir nur eine Handvoll, doch gehören sie mit zu den Interessantesten Fischen, was das Verhalten angeht.
Einer unserer kleinsten Fische im Aquarium ist die Fleckengrundel (Pomatoshistus pictus). Sie "nistet" in Muscheln oder kleinen Höhlen. Die Männchen sind recht bunt gefärbt und Imponieren mit aufgestellten Flossen, aufgerissenem Maul und starken Zitterbewegungen den Weibchen und verscheuchen andere Männchen von ihrem Haus. Oft vergraben sie die Schneckenschale bis nur noch eine kleine Öffnung zu sehen ist. Innen heftet dann das Weibchen nach erfolgreicher Balz die Eier an das Höhlendach.
Unsere Größte Grundel mit etwa 20cm Länge ist eine Schwarzmaulgrundel (Neogobius melanostomus). Sie stammt ursprünglich aus dem Schwarzen und Kaspischen Meer, fühlt sich aber auch bei uns in der Ostsee sehr wohl. Sie ist vermutlich durch das Ballastwasser der Schiffe zu uns gelangt und hat es sogar schon bis nach Amerika geschafft. Häufig sieht man sie stolz ihr Revier bewachen in einem unserer Steinriffbecken. Schwarz färben sich die Männchen erst zur Paarung, aber leider sterben sie auch gleich dannach. Daher halten wir nur einen dieser Riesen.
Würde Feuer schwarz brennen, so hätte unsere Schwarzgrundel (Gobius niger) eine Feuermähne auf dem Rücken. Diese mittelgroße Grundel lebt auf sandigem Grund und hat sich in unserem Schollenbecken eine Höhle unter einem Stein gegraben. Wenn das Männchen Laichbereit wird, entwickelt es eine intensive Schwarze Färbung und zeigt diese auch deutlich in ihrem revier. So können wir immer schnell die Stimmung unserer Grundel erkennen.